Das Krusnohorsky Dogtrekking 2008 war ein spannendes, aufregendes, physisch und psychisch anstrengendes Wochenende, das allen Teilnehmern inklusive der Hunde ein Menge abverlangte, aber auch viele neue Erfahrungen, nette Bekanntschaften, großen Spaß und einigen von uns Dogtrekkern eine Menge Blasen an den Füßen brachte.

Zusätzlich zu den Österreichern (Mario Formanek und uns Vajks) waren auch noch deutsche Dogtrekker angereist: Ursula und Martin aus Schwaben sowie Kai aus Bayern mit ihren Hunden. Wir hatten uns viel zu erzählen, kannten wir uns doch bis dato lediglich per Mail oder maximal telefonisch.

Am Donnerstag Abend übersetzte Mario wie immer fleißig die tschechische Wegbeschreibung, alle zeichneten den Trail auf den Karten ein und legten im gemeinsamen Gespräch die eine oder andere Taktik fest. Vernünftigerweise gingen diesmal auch alle deutschsprachigen Teilnehmer halbwegs früh schlafen, um am nächsten Morgen (der Start erfolgte ab acht Uhr) ausgeruht zu sein.

 

Der Freitag war wettermäßig gesehen strahlend schön, was alle Teilnehmer - zusätzlich zur aufpeitschenden Musik im Startbereich -  recht beflügelte.

Ursula gelang es letzten Endes sogar, als erste Nicht-Tschechin ein Dogtrekking-Rennen zu gewinnen - und das in der beeindruckenden Zeit von etwa 15 Stunden (auf ungefähr 90 Kilometer Gesamtdistanz)!!!

Mario und Kai mussten leider nach einem Tag und etwa 50 Kilometern aufgeben. Bis dahin hatten sie eine ganze Menge Höhenmeter überwunden und waren durch städtisches Gebiet, Wälder, Geröllfelder sowie über Schipisten gewandert, gelaufen und gerutscht. Auch Martin musste bereits beim dritten Checkpoint aufgrund eines Bänderrisses aufgeben, was sehr schade war, gerade er hätte gute Chancen auf einen Spitzenplatz bei den Männern gehabt. Der Trail war sehr abwechslungsreich, hatte aber einen verhältnismäßig hohen Asphaltanteil aufzuweisen, was  manchen Dogtrekkern Probleme bereitete. Alle Teilnehmer hatten sich aber auch bei dieser Veranstaltung wieder tapfer geschlagen und wie immer eine Menge dazugelernt, um besser und besser zu werden. Für viele war die Versuchung, beim Camp (an dem der Trail vorbeiführte) abzubrechen, übermächtig. Bis heute wundere ich mich, dass weder Christopher noch ich während eines gemütlichen Abendessens im Campingplatzrestaurant ernsthaft daran dachten, das Rennen zu beenden - im Gegenteil, wir planten sogar, die Nacht eventuell durchzugehen und auf das Biwakieren zu verzichten. Schlussendlich war es uns dann doch zu riskant, im Dunkeln weiterhin den richtigen Weg zu finden.

 

Christopher und der Autor dieser Zeilen kamen nach dem Biwak im Wald neben einem Fluss im Morgengrauen noch etwa bis Kilometer 66, dann begann unsere Malamutin immer stärker zu lahmen, was zum Abbruch des Teams Christopher-Rashka führte. Der menschliche Teil dieses Gespanns war natürlich sehr enttäuscht, doch aus Rücksichtnahme auf die Hündin war keine andere Entscheidung denkbar. Ein Weitergehen wäre Tierquälerei gewesen, hätte also dem Grundgedanken der Sportart Dogtrekking vollkommen widersprochen. Kai, der nach einer gemütlichen Nacht im Camp ausgeruht war, war so nett, als Retter in der Not einzuspringen und Christopher und Rashka vom Stadtrand Karlsbads, wo sie aufgeben hatten müssen, abzuholen.

So blieb ich, Christian, mit Ronja am Schluss noch allein im Rennen und kämpfte mich durch den stetigen Regen bis ins Ziel durch, was aufgrund des aufgeweichten Bodens, der rutschigen Wiesen und der zermürbenden Luftfeuchtigkeit nicht immer ein Vergnügen war, wobei das Gefühl des Angekommen-Seins im Endeffekt aber natürlich - wie immer in diesem Augenblick - grandios war.

Diese Veranstaltung hatte uns die bekanntschaft zu Ursula und Kai verschafft, zwei Hundesportlern, denen wir in den nächsten Jahren noch häufig begegnen sollten und die zur deutschsprachigen Dogtrekking-Szene seit damals einfach dazugehörten.