Das zweite offizielle österreichische Dogtrekking-Event fand vom 16. bis 18. Mai 2008 in Hörmanns bei Litschau im nördlichsten Zipfel der Alpenrepublik statt. War das vorjährige Wienerwald Dogtrekking noch eine kleinere, familiäre Veranstaltung gewesen, so sprengte das Teilnehmerfeld beim Nordland Doghike alle Erwartungen von uns Organisatoren (den Vereinen „Dogtrekking and More“ sowie „Laufhundesport Austria“), war aber nichtsdestotrotz bemerkenswerter Weise noch immer familiär.

Teams aus ganz Österreich, Slowenien, Deutschland und der Tschechischen Republik waren angereist, um sich in einem teilweise für sie vollkommen neuen sportlichen Metier zu versuchen - einer Rundwanderung auf Zeit über mehr als vierzig Kilometer, die über das Waldviertler Hochland zwischen Teichen und Bächen, durch Wälder, über Weiden und über Felder führte. Die Teilnehmer kamen aus allen Bereichen des Hundesports: Erfahrene Dogtrekker waren ebenso anzutreffen wie Canicross-Läufer, Schlittenhundesportler, Breitensportler, Rettungshundeführer, ja sogar Wanderreiterinnen waren vertreten, die hier einmal ohne Pferd und „nur“ mit dem begleitenden Hund unterwegs sein mussten.
Wie beim Dogtrekking üblich waren auch alle Arten von Hunden anzutreffen – vom Alaskan Malamute bis zum Minibullterrier, vom Hovawart bis zum Border Collie, vom Siberian Husky bis zum Malinois, vom Altdeutschen Schäferhund bis zum Scandinavian Hound war alles vertreten und noch viel mehr. Aufgrund der großzügigen Platzverhältnisse auf der Campwiese vor dem ReKa-Kennel von Reinhard Monschein und der vorbildlichen Disziplin der angereisten Teilnehmer gab es keinen einzigen unangenehmen Vorfall zwischen den Hunden. Die Harmonie, die unter den menschlichen Dogtrekkern jedweder Nationalität herrschte, übertrug sich wohl direkt auf ihre vierbeinigen Teampartner.


Nach dem Aufbau und dem Einrichten des Camps (eine Menge Wohnwagen, Zelte und Wohnmobile wollten gut ab- und aufgestellt sowie Stakeouts errichtet werden) folgte eine ausgiebige Trekkerbesprechung unter der Leitung von uns Organisatoren, bei welcher Karten und Wegbeschreibungen ausgeteilt wurden, die zeitlichen Rahmenbedingungen sowie die Regeln abgeklärt und letzte administrative Notwendigkeiten erledigt werden konnten. Im Bewusstsein, am nächsten Morgen fit sein zu müssen, gingen die meisten Teilnehmer früh schlafen, eine eindeutig kluge Entscheidung.
Am nächsten Morgen erwartete die Sportler bereits um sieben Uhr ein ausgiebiges Frühstücksbuffet, das im Hinblick auf den anstrengenden Tag gerne angenommen wurde. Nach einem letzten Ausrüstungscheck fanden sich die Teilnehmer im Startbereich ein und wurden jeweils zu zweit im Minutentakt entlassen um ein Gedränge auf der Strecke zu vermeiden. Vier Checkpoints mussten angelaufen werden, bei denen auch jeweils ein Gegenstand der Pflichtausrüstung kontrolliert wurde. Die Hälfte dieser Checkpoints war von Jugendlichen der Pfadfindergruppe Wien 64 besetzt, die sich für das Event dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hatten.


Strahlend schönes und dadurch natürlich recht warmes Wetter charakterisierte diesen Samstag und so nutzten viele Teilnehmer die zahlreichen Seen und Teiche der beinahe skandinavisch anmutenden Waldviertler Landschaft, um ihren Hunden zwischendurch etwas Abkühlung zu gönnen. Zwar zogen hin und wieder ein paar kleine Wolkenfelder durch, die aber von den Teams nicht als unangenehm empfunden wurden, ganz im Gegenteil, brachten sie ja etwas ersehnte Abkühlung durch Schatten oder eventuell sogar einige wenige Regentropfen.
Doch war an diesem Tag nicht nur körperliche Ausdauer gefragt: Kartenlesen, Orientierung und Teamfähigkeit waren unabdingbare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung der Strecke. Die Zusammenarbeit mit dem jeweiligen vierbeinigen Partner (oder Partnern) ist beim Dogtrekking ein nicht zu unterschätzender Faktor und genau diesen meisterten alle Teams hervorragend.


Deshalb konnten wir als Veranstalter am Ende des Tages auch beruhigt feststellen: Es hatte keine (schwerwiegenden) Verletzungen bei Mensch oder Hund gegeben, nur ein äußerst geringer Prozentsatz hatte – teilweise erst beim letzten Checkpoint sowie nur aus wirklich triftigen Gründen – aufgegeben und alle Teilnehmer waren von der Streckenführung begeistert. Die Zeiten lagen zwischen sechseinhalb und zehneinhalb Stunden, durchwegs gute Leistungen, die von der großartigen sportlichen Einstellung der Starter zeugten.
Das anschließende, absichtlich kohlehydratreiche Abendessen (Spaghetti Bolognese a la Mario Formanek) hatte sich jeder Sportler wirklich verdient, die Hunde schienen äußerst entspannt und zufrieden und die Abschlussveranstaltung am Lagerfeuer vor dem alten Bauernhofgebäude des ReKa-Kennels wurde nicht nur sehr gesellig, sondern auch sehr stimmungsvoll und letztendlich musikalisch, auch wenn zu dieser Zeit viele Teilnehmer wegen Erschöpfung schon in den Schlafsäcken verschwunden waren und der Musik nur mehr während des Einschlafens lauschen konnten.


Alle Teilnehmer fuhren am nächsten Vormittag mit schönen Erinnerungsgeschenken und Sachpreisen nach Hause, vor allem aber im Bewusstsein, eine wirklich bemerkenswerte sportliche Leistung im Team mit ihrem Hund erbracht und ein aktives, interessantes Wochenende erlebt zu haben. Viele forderten bereits vor ihrer Abreise eine Wiederholung der Veranstaltung im kommenden Jahr – ein Anliegen, das wir Organisatoren gerne erfüllen wollten.