Obwohl ja nicht die großen Sprintfanatiker, war für uns schon länger klar, dass wir (Mario und die einen oder anderen Vajks) auf diese Veranstaltung am 14. und 15.11.2009 fahren wollten. Einerseits lag sie sympathisch nahe – das Waldviertel ist für uns Weinviertler ja durchaus gut erreichbar -, andererseits hatte ich mich auf dem erst kurz zuvor besuchten ÖSHS-Rennen in Seckau sehr wohl gefühlt und die nette Atmosphäre am Stake-Out, dem Musher-Essen und bei anderen Gelegenheiten genossen. Das wollte ich einfach wiederholt wissen.
Und wirklich: Ich sollte diesbezüglich nicht enttäuscht werden.

Da es Mario und mir arbeitstechnisch nicht gut möglich war, bereits den Freitagabend in Ottenschlag zu verbringen, beschlossen wir, zeitig am Samstag aufzubrechen und auf diese Art und Weise das Wochenende trotzdem noch gut zu nutzen. Es gelang uns – eben Mario, meinem Drittgeborenen, Pascal, und mir - auch tatsächlich, kurz nach sieben Uhr Früh von Stetten loszufahren, eine echte Rarität, wenn man bedenkt, wie oft wir schon viel zu spät zu diversen Veranstaltungen im In- und Ausland aufgebrochen waren und dementsprechend großen Stress beim Zeltaufbau, den Anmeldeformalitäten etc. gehabt hatten.


Nach einer recht ereignislosen Fahrt (einzig ein kurzer Halt bei einem Wachauer Geldautomaten musste eingelegt werden) erreichten wir gegen neun Uhr das Stake-Out auf dem Ottenschlager Fußballplatz. Dieser war mit Fahrzeugen und Wohnwägen bereits gut gefüllt, also beschlossen wir nach einer kurzen Unterredung mit dem Sportwart des ÖSHS, uns ebenfalls auf der Wiese breitzumachen und die beiden Autos, den Hänger mit den Hundeboxen und unser Zelt schön mittig und durchaus auffällig zu platzieren, sowie den Trainingswagen mit dem Schlittensack zu bestücken und neben unserem Kleinbus zu parken. Die nächste Zeit verbrachten wir simultan mit dem Begrüßen diverser anwesender, uns bekannter Musher, dem Reinigen der angekotzten Hundebox (Marios Neuzugang, der „kleine“ Moon, war noch nicht ganz transportfest) und dem verhältnismäßig zügigen Aufbau des Zeltes sowie dem Wässern der Hunde. Schon bald war dies alles erledigt und wir holten uns im Wohnwagen der Familie Astelbauer unsere Startnummern ab.
Nach der kurzen und sehr gelösten Musherbesprechung hieß es wiederum, auf den Start zu warten, der am frühen Nachmittag erfolgen sollte. Mario eröffnete das Rennen mit der Startnummer eins, seinem Bike und den beiden Hounds Roxy und Juno. Schnell waren die letzten technischen Herausforderungen (z.B. das ordentliche Aufpumpen der Fahrradreifen) gemeistert und das Rennen konnte beginnen. Mario legte einen durchaus schnellen Lauf hin, sah für den nächsten Tag aber noch etwas Potenzial für eine Steigerung.
Ich startete mit dem Trainingswagen und mit Ronja, Chester, Dutch sowie der von Mario ausgeliehenen Yuma (die unsere nach einer Magendrehung rekonvaleszente Rashka mehr als ersetzte). Auch ich war mit dem Lauf recht zufrieden und hoffte ebenfalls, mich am folgenden Renntag noch steigern zu können.


Pascal startete als Läufer – spontan – mit Moon, einem Hund, mit dem er noch nie trainiert hatte und musste dies auch gleich mit einigen Anlaufschwierigkeiten bezahlen: Moon war unsicher, lief kaum vorne, wollte zwischendurch sogar zum Start zurück, wo er sein Herrchen, Mario, zuletzt gesehen hatte. Dementsprechend frustriert und mit äußerst mäßiger Zeit erreichte Pascal die Ziellinie.
Nichts desto Trotz genossen wir alle den gemütlichen Musherabend beim örtlichen Schnitzelwirt, wo sich auch wieder – wie bereits am Stake-Out – die Mitteldistanz-Fraktion in Person von Klaus Berr, Roman Bobits, uns Dogtrekkern und diversen Sympathisanten zusammenfand. Diese Kombination erwies sich auch noch nach dem offiziellen Teil beim Wirt am Stake-Out als kompatibel, was aber trotzdem nicht exzessiv ausartete, immerhin mussten wir alle am nächsten Tag noch einen Renndurchgang absolvieren.


Auch der Sonntag wartete mit nicht allzu hohen Temperaturen, aber klarem, sonnigen Wetter auf, was vor allem alle Fotografen freute.
Die Startreihenfolge war die gleiche wie am Samstag, allerdings verlief nicht alles gleich reibungslos. Marios Lauf war zwar einige Sekunden langsamer als am Vortag, aber er kam trotzdem gut ins Ziel. Ich hatte größere Schwierigkeiten, da Ronja sich an den Steinen des Schotterweges (Gott sei Dank nur leicht, aber doch) die Fußballen aufriss und letzten Endes in den Schlittensack geladen werden musste, was ihr gar nicht zusagte und sie zu schaurigen Klageliedern inspirierte. Pascal hingegen legte mit dem mittlerweile bereits deutlich selbstsichereren Moon einen tollen Lauf hin, der ihn noch an den zweiten Platz in seiner Altersklasse brachte.


Nach einer netten Siegerehrung, die jeder Teilnehmer nicht nur mit Urkunden, sondern auch mit nahrhaften Käse-Kostproben verließ, machten wir uns ans Verabschieden, das Knipsen einiger Gruppenfotos und anschließend auf den Heimweg.
Ein lustiges, kommunikatives, sportliches Wochenende war vorbei, die Erinnerung wird bleiben – vielen Dank an das Organisationsteam und all die Musherkollegen, die durch ihre Anwesenheit erst für Gemütlichkeit am Stake-Out sorgten. Hoffentlich bis bald wieder in Ottenschlag!