Die
Alpen, die in einem großzügigen Bogen, fast wie ein
überdimensionales C die Landschaft des Herzens Europas
prägen, strecken ihre östlichen Ausläufer vorsichtig
tastend an die Bundeshauptstadt Wien heran. Bevor sie diese allerdings
berühren und ihre Fingerkuppen vom trägen, aber
unaufhaltsamen Strom der Donau abgetrennt werden können,
erscheinen sie im Bereich des südlichen Wienerwaldes gegen die
Silhouetten der Wiener Hausberge noch einmal als wirkliche Berge. Dort
hält sich der Schnee ein wenig länger, dort sind Flora und
Fauna noch deutlich alpiner als einige Kilometer weiter, dort findet
man Schluchten, Täler und Gipfelpanoramen, die man so nicht mit
der relativen Nähe zu Wien assoziiert hätte. Erst vor kurzem
wurde dieses Gebiet zur Tourismusregion „Schneebergland“
zusammengefasst, ein schöner Begriff, dem wir – das
Organisationsteam dieser Veranstaltung – durch die Benennung
dieses Doghikes Tribut zollen wollten.
Schon
einige Zeit zuvor hatte es Vorüberlegungen zu einer
Dogtrekking-Veranstaltung in dieser Ecke Österreichs gegeben,
diese mussten aber großteils aus veranstaltungsrechtlichen
Gründen (es gab Einwände der betroffenen Grundstücks-
und Waldbesitzer) wieder verworfen werden. Nach ein wenig Adaptierung,
immenser Vorarbeit durch die in Pernitz ansässigen
Austro-Dogtrekker der ersten Stunde Melitta und Wolfgang Hagenhofer und
nach einer leider notwendigen weiteren Terminverschiebung vom Herbst
aufs Frühjahr, war es am Freitag, dem 17. April 2009 soweit:
Die
ersten Teilnehmer trafen in Neusiedl bei Pernitz ein, um ihre Zelte
oder Campingbusse zu einem gemeinsamen Dogtrekker-Camp zu gruppieren.
Alte und neue Bekanntschaften wollten gepflegt werden, man versuchte
mehr oder minder dezent von den Organisatoren etwas über die Route
zu erfahren, die am nächsten Tag zurückzulegen war,
hauptsächlich aber freute man sich gemeinsam auf ein sportliches
und erlebnisreiches Wochenende in Gesellschaft von Mensch und Hund. Wie
meistens bei Dogtrekking-Veranstaltungen, waren auch an diesem
Wochenende Teilnehmer verschiedenster sportlicher Herkunft und
Vorerfahrung zusammengekommen: (Ultra-) Marathonläufer,
Schlittenhundesportler, traditionelle (Berg-) Wanderer, erfahrene
Dogtrekker und absolute Dogtrekking-Neulinge, sie alle gingen am
strahlend sonnigen Samstagmorgen des 18. April an den Start im
leuchtend roten Zelt des Futterherstellers Husse, um die
österreichische Dogtrekking-Saison zu eröffnen.

Nach
der Trekkerbesprechung hatte jedes Mensch-Hund-Team die
Möglichkeit, in einem dreiviertelstündigen Startfenster den
Trail unter die Schuhsohlen bzw. Pfoten zu nehmen.
Die
malerischen Myra-Fälle, das nach wie vor verschneite
Unterberg-Gebiet, der Enziansteig und der Biedermeier-Erlebnisweg, also
etwa 40 Streckenkilometer und 2000 Höhenmeter wollten ergangen
oder erlaufen werden. Ganz verschiedene Anforderungen wurden hierbei an
die Teams gestellt: Schotterwege, Asphaltstraßen, Schipisten,
Waldpfade, Brücken, Stege und Wiesen bildeten den Trail, der
vielen der Teilnehmer große Energiereserven abverlangte.
Kurz
vor der Veranstaltung musste noch eine organisatorische Änderung
vorgenommen werden, da ein Teil des Trails durch die doch deutlich
vorhandene Schneedecke schwierig zu erkennen war – von Wolfgang
auf den Boden gesprayte Markierungspfeile erleichterten den Teams das
korrekte Weiterkommen in diesem Bereich sehr. Auch die
verpflegstechnisch günstig gelegenen Checkpoints wurden von vielen
Teilnehmern als durchaus willkommenes Detail dieser Veranstaltung
wahrgenommen.
Im
Verlauf des Tages erlebten die Teams eine große Bandbreite an
Wetterverhältnissen: strahlender Sonnenschein, Hagel, Regen
– einfach Aprilwetter pur. Trotzdem war die Stimmung durchwegs
gut, die Teilnehmer sahen die Schwierigkeiten als Herausforderungen,
nicht als Hindernisse – eine Einstellung, an der man einen
wirklichen Dogtrekker erkennt.
Dementsprechend
positiv überrascht war das gesamte Organisationsteam von den
Leistungen der Teilnehmer. Jedes Team schaffte es zumindest zum letzten
der drei Checkpoints, wo bereits der Großteil der Strecke und der
Höhenmeter überwunden war. Beeindruckend viele kamen deutlich
innerhalb des Zeitlimits von zwölf Stunden ins Ziel. Einige
besonders Ambitionierte sogar in der Hälfte dieser Zeit bzw. noch
schneller.
Der
Tag klang mit der Sportlerehrung oder Abschlussveranstaltung im
Campingplatzrestaurant aus. Besonders haben dazu auch die Sponsoren
dieser Veranstaltung beigetragen, die dafür sorgten, dass nicht
nur schöne Erinnerungen, Urkunden und Muskelkater, sondern auch
handfeste Sachpreise auf die menschlichen und tierischen Sportler
warteten. Weiters wurde der Abend auch genutzt, um mittels einer
Diashow nicht nur an vergangene Dogtrekking-Veranstaltungen zu
erinnern, sondern auch das nächste große Event in
Österreich voranzukündigen: das Dachstein-Dogtrekking 2009.