Der Sinn
Dogtrekking ist vieles: ein Wettkampfsport, eine
Herausforderung, eine Lebenseinstellung, eine Sucht – unverständlich
für Viele, beinahe lebensnotwendig für Andere.
Wo aber liegt der Sinn darin?
Mir
persönlich gibt Dogtrekking die Perspektive zurück, die mich die
Unwichtigkeit menschlichen Geplänkels erkennen lässt. Viele andere
Sportarten verblassen daneben zu Spielen – angenehmen, gesunden,
interessanten, aber letztendlich eben „nur“ Spielen in einem
geschützten Rahmen, der einem nach ein paar Minuten Anstrengung die
Möglichkeit bietet zu duschen, etwas Sauberes, Trockenes anzuziehen
und in der Kantine eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Dogtrekking
hingegen vermittelt mir das Bewusstsein, Leistungen vollbracht zu
haben, vor denen andere Menschen kopfschüttelnd zurückweichen würden
und bringt mich damit näher an die Wurzeln menschlicher Existenz
zurück, die im Jagen, im Sammeln und dadurch naturgemäß im
mühevollen und gefährlichen Durchstreifen mehr oder minder großer
Gebiete zu suchen sind.
Man wird dabei sofort und kompromisslos auf das
reduziert, was man wirklich ist, unabhängig davon, welche
universitären Titel man tragen mag oder welche Position man in einer
Firma bekleidet. Man wird zum Menschen, nicht zum
Zivilisationsprodukt, schon allein deshalb ist und wird Dogtrekking
immer eine Beschäftigung für Individualisten, extreme Menschen und
Nonkonformisten bleiben.
Das Besondere
Wandertouren mit Hundebegleitung sind allgemein
verbreitet, viele Menschen nehmen ihren vierbeinigen Liebling auf
diverse kleine und größere Touren mit. Selten allerdings bekommt ein
Hund dabei wirklich eine Aufgabe (zum Beispiel Zugarbeit zu leisten
oder Gepäck zu tragen), oft laufen die Tiere frei, Teamarbeit
zwischen Mensch und Hund ist also nicht unbedingt nötig, oftmals
sogar gar nicht erwünscht - ganz nach dem Motto „Das arme Hunderl
braucht doch Freiraum!“.
Doch die Bereitschaft, dem Hund eine Aufgabe zu
übertragen, ihn nicht als Spielzeug oder Familienmitglied, sondern
als ernstzunehmenden (Sport-)Partner zu sehen,
unterscheidet den ernsthaften „Dogtrekker“ vom „Wanderer mit
Hund“.
Die Organisation
Vom individuellen Gehen von selbst geplanten
Touren, angepasst an die eigenen Leistungsgrenzen und
landschaftlichen Vorlieben einmal abgesehen, hat Dogtrekking von
Beginn an auch eine leistungssportliche Seite gehabt, entwickelt von
Menschen, die großteils aus der Schlittenhundesportszene Tschechiens
kommen und so manche Dogtrekking-Veranstaltung manchmal noch immer
in Verbindung mit Schlittenhundesportevents (z.B. als gemeinsame
Cupwertung) organisieren.
Hierbei gibt es ein- oder zweitägige
Rennen, die mit Orientierungsläufen über weite Distanzen (zwischen
40 und 120 Kilometern) vergleichbar sind.
Trotz der Zeitnehmung
und Wertung gibt es aber eine große Anzahl von Teilnehmern, denen es
nur um das erfolgreiche Bewältigen des Trails und den Genuss eines
sportlichen Wochenendes in der Natur mit dem Hund
geht.
In Österreich werden auch eigene Touren (ganz ohne
Wertung) organisiert, wobei aber der Grundgedanke des Dogtrekking -
das Zurücklegen großer Distanzen im Teamwork mit dem vierbeinigen
Partner - nach wie vor deutlich im Mittelpunkt steht.
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