Der Sinn

Dogtrekking ist vieles: ein Wettkampfsport, eine Herausforderung, eine Lebenseinstellung, eine Sucht – unverständlich für Viele, beinahe lebensnotwendig für Andere.

Wo aber liegt der Sinn darin?

Mir persönlich gibt Dogtrekking die Perspektive zurück, die mich die Unwichtigkeit menschlichen Geplänkels erkennen lässt. Viele andere Sportarten verblassen daneben zu Spielen – angenehmen, gesunden, interessanten, aber letztendlich eben „nur“ Spielen in einem geschützten Rahmen, der einem nach ein paar Minuten Anstrengung die Möglichkeit bietet zu duschen, etwas Sauberes, Trockenes anzuziehen und in der Kantine eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Dogtrekking hingegen vermittelt mir das Bewusstsein, Leistungen vollbracht zu haben, vor denen andere Menschen kopfschüttelnd zurückweichen würden und bringt mich damit näher an die Wurzeln menschlicher Existenz zurück, die im Jagen, im Sammeln und dadurch naturgemäß im mühevollen und gefährlichen Durchstreifen mehr oder minder großer Gebiete zu suchen sind. 

Man wird dabei sofort und kompromisslos auf das reduziert, was man wirklich ist, unabhängig davon, welche universitären Titel man tragen mag oder welche Position man in einer Firma bekleidet. Man wird zum Menschen, nicht zum Zivilisationsprodukt, schon allein deshalb ist und wird Dogtrekking immer eine Beschäftigung für Individualisten, extreme Menschen und Nonkonformisten bleiben.

Beim Schneebergland-Dogtrekking 2010


Das Besondere

Wandertouren mit Hundebegleitung sind allgemein verbreitet, viele Menschen nehmen ihren vierbeinigen Liebling auf diverse kleine und größere Touren mit. Selten allerdings bekommt ein Hund dabei wirklich eine Aufgabe (zum Beispiel Zugarbeit zu leisten oder Gepäck zu tragen), oft laufen die Tiere frei, Teamarbeit zwischen Mensch und Hund ist also nicht unbedingt nötig, oftmals sogar gar nicht erwünscht - ganz nach dem Motto „Das arme Hunderl braucht doch Freiraum!“.

Doch die Bereitschaft, dem Hund eine Aufgabe zu übertragen, ihn nicht als Spielzeug oder Familienmitglied, sondern als ernstzunehmenden (Sport-)Partner zu sehen, unterscheidet den ernsthaften „Dogtrekker“ vom „Wanderer mit Hund“.

Unterwegs im Wechselgebiet


Die Organisation

Vom individuellen Gehen von selbst geplanten Touren, angepasst an die eigenen Leistungsgrenzen und landschaftlichen Vorlieben einmal abgesehen, hat Dogtrekking von Beginn an auch eine leistungssportliche Seite gehabt, entwickelt von Menschen, die großteils aus der Schlittenhundesportszene Tschechiens kommen und so manche Dogtrekking-Veranstaltung manchmal noch immer in Verbindung mit Schlittenhundesportevents (z.B. als gemeinsame Cupwertung) organisieren.

Hierbei gibt es ein- oder zweitägige Rennen, die mit Orientierungsläufen über weite Distanzen (zwischen 40 und 120 Kilometern) vergleichbar sind.
Trotz der Zeitnehmung und Wertung gibt es aber eine große Anzahl von Teilnehmern, denen es nur um das erfolgreiche Bewältigen des Trails und den Genuss eines sportlichen Wochenendes in der Natur mit dem Hund geht.

In Österreich werden auch eigene Touren (ganz ohne Wertung) organisiert, wobei aber der Grundgedanke des Dogtrekking - das Zurücklegen großer Distanzen im Teamwork mit dem vierbeinigen Partner - nach wie vor deutlich im Mittelpunkt steht.


 
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 Christian Vajk  •  Reingers 60  •  3863 Reingers